Borkum quer erradeln

Borkum, den Ostfriesenklassiker, quer erradeln  Zwischen Dünenkamm, Wattkante und Nordseefrische - (c) Anke Sademann

Es gibt sieben bewohnte ostfriesische Inseln: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. Borkum gilt als die Radlerinsel unter ihnen. Ihre Zweirad-Topografie erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Der Strand fließt flach in die raue Nordsee, vom Deich aus wirkt die Insel wie eine weite Wattlandschaft und im Inselinneren ist sie waldig begrünt. Vom Sattel aus bietet Borkum unglaublich viele Weg-Optionen: mal übersichtlich, gepflastert und geradeaus, mal als wilder Pfad, der sich über sandigen oder grasbewachsenen Grund schlängelt. Gerade einmal zehn Kilometer lang und maximal sieben Kilometer breit entfaltet die größte der ostfriesischen Inseln eine Geografie der Gegensätze: eine lebendige Promenade und stille Dünen, ein Südstrand und eine Salzwiese, die Greune Stee und das Ostland, Leuchtturmgeschichten und ein wilder Nationalpark.

Mit rund 130 Kilometern Rad- und Wanderwegen ist Borkum ein Paradies für Genussradler, Naturbeobachterinnen und alle, die gerne mit – bestenfalls Rückenwind – unterwegs sind. Die Wege sind moderat und führen weder spektakulär bergauf noch bergab. Für große Höhenunterschiede sorgt nur der oft dramatisch gezeichnete Himmel: Mal liegt er klar und hell über dem Nordsee-Panorama, mal hängt er wie ein Wolkenvorhang über Salzwiesen und Dünen. Hinzu kommt das Hochseeklima: salzig, klar und oft windiger als gedacht. Schon 1227 wurde die Insel erstmals als „Borkna“ erwähnt. Tief durchatmen lässt sich hier bis heute. Die westlichste der Ostfriesischen Inseln entwickelte sich über Jahrhunderte von einer Seefahrer- und Walfängerinsel zu einem Nordseeheilbad, das auch heute als besonders Allergiker-freundlich gilt.

By the way: Schon die Hinfahrt entschleunigt: Von Emden-Außenhafen geht es mit der Fähre in gut zwei Stunden über die Emsmündung und hinaus Richtung Nordsee. Am Borkumer Hafen wartet bereits die Inselbahn, die Gäste in rund 15 Minuten vom Anleger bis in den Ort bringt – ein charmant altmodischer Auftakt, bevor das Fahrrad übernimmt. 

Natur Natur sein lassen: 40 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Borkum liegt mittendrin im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Er wurde 1986 als Schutzraum gegründet und ist seit 2009 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. 2026 feiert der Nationalpark sein 40-jähriges Bestehen. Das rund 3.450 Quadratkilometer große Areal zieht sich von der Emsmündung bei Borkum im Westen bis zur Elbmündung bei Cuxhaven im Osten. Es umfasst Wattflächen, Priele, Sandbänke, Salzwiesen, Dünen und Strände vor den Ostfriesischen Inseln. So rückt auch Borkum als Teil dieses empfindlichen Schutzraums stärker in den Blick.

Für Inselbesucher:innen heißt das konkret: achtsam radeln, auf freigegebenen Wegen bleiben, Bohlenpfade nutzen, Schutzbereiche respektieren und Rastplätze für Zugvögel nicht stören. Dazu gehört auch die Einsicht, dass nicht jede schöne Ecke befahren werden muss. Das Leitmotiv „Natur Natur sein lassen“ ist das Credo für den Inselbesuch. Aber keine Sorge: Radwege gibt es genug.

Der etwa 20 Kilometer lange Inselrundweg ist ein idealer roter – oder besser: sandig-grüner – Faden. Er verbindet Promenade, Dünen, Flugplatz, Ostland, Steerenk-Klipp, Neuen Deich, Reedestraße, Greune Stee, TenneT-Brücke, den Loopdeelenweg „Dünenkamm Ronde Plate“ sowie Schwarzen Deich und Südstrand miteinander. Diese Runde bündelt fast alle Landschaften, die Borkum ausmachen: Wasserkanten, Dünen, Salzwiesen, Inselwäldchen und Strandabschnitte – quasi einen Inselquerschnitt.

Losradeln fürs Umradeln
Der Auftakt liegt meist im Westen, wo Borkum am mondänsten und touristisch am frequentiertesten ist. An der Promenade mischen sich Cafés und Restaurants, Milchbuden, Kurmusik, Strandkörbe, Surfschulen, Sonnenuntergänge und das gute alte Seebad-Gefühl. Der Blick auf die bunten Strandkörbe gehört hier zum Inselkino: Reihenweise stehen sie im Sand, mal farbenfroh durcheinander, mal ordentlich ausgerichtet, als hätten Wind und Gäste gemeinsam ein Muster gelegt. Dazwischen blühen an vielen Stellen Wildrosen – robust und zart zugleich, salzluftfest und verschwenderisch duftend. Das Nordbad ist die lebendige Seite der Insel: Familien, Strandanimation, bunte Strandzelte, Bewegung. Der Südstrand wirkt anders. Dort steht der elektrische Leuchtturm rot-weiß gestreift in den Dünen, während draußen Containerschiffe und Ozeandampfer vorbeiziehen.

Wer vom Ortskern weiterfährt, verlässt das reine Strandleben schnell. In der Greunen Stee zeigt Borkum ein völlig anderes Gesicht. Stellenweise wirkt das Gebiet fast urwaldartig, tatsächlich handelt es sich um einen feuchten Bruchwald. Schwarzerlen, Kiefern, Moorbirken und Grauweiden wachsen auf nassem Boden, nach starken Regenfällen stehen die Bäume teilweise tief im Wasser. In dieser ausgeprägten Form ist der Bruchwald auf den Ostfriesischen Inseln einzigartig. Viele Kleinvögel, aber auch Buntspechte und Greifvögel finden hier Rückzugs- und Brutplätze. Wenige Pedaltritte weiter öffnet sich die Landschaft wieder zu Dünen, Salzwiesen und Watt – und damit zu den großen Rastplätzen des Vogelzugs. Dann wird das Wattenmeer zur internationalen gefiederten Drehscheibe. Rotschenkel, Knutt, Ringelgans, Sandregenpfeifer, Steinwälzer oder Pfuhlschnepfe sind Teil des gefiederten Reiseverkehrs zwischen den arktischen Brutgebieten und den Winterquartieren im Süden. Auch ohne ornithologische Ausrüstung kann man beim achtsamen Hingucken am Wegesrand viel entdecken: Austernfischer am Deich, Möwen im Wind, Kormorane, Brandgänse und mit etwas Glück einen Wanderfalken.

Je weiter die Route Richtung Ostland führt, desto stiller wird es auf Borkum. Die Wege öffnen sich, die Bebauung tritt zurück und auch der Wind hat mehr Raum. Auf dem Tüskendör-Deich zieht sich der Radweg fast schnurgerade über den grünen Deichrücken, auf der einen Seite liegen Wiesen und Dünen, auf der anderen öffnet sich das Watt. Der Himmel scheint noch ausgedehnter. Selbst die Wegweiser machen klar: Das Zentrum ist noch einige Pedaltritte entfernt. Besonders schön ist der Aufstieg auf die Aussichtsdüne Duala, auch „Rosenbunker“ genannt. Zwischen Wildrosen öffnet sich der Blick über die Dünenlandschaft bis zur Nordsee. Auch an der Steerenk-Klipp wird deutlich, wie formbar und beweglich diese Landschaft ist. Sand, Wasser und Wind verändern ihr Bild ständig.

Viele kommen nach Borkum, um die Nordsee-Robben zu sehen. Doch die Tiere liegen längst nicht immer dort, wo Gäste sie erwarten. An der bekannten Seehundsbank vor dem Nordbad lassen sie sich weiterhin beobachten, zugleich haben sich Ruheplätze verlagert – etwa Richtung Hooge Hörn und auf die streng geschützte Kachelotplate. Sandbänke verändern sich, Gezeiten formen die Landschaft ständig neu, und die Tiere suchen sich ihre Rückzugsorte selbst. Genau das passt zum Nationalpark-Gedanken: Die Natur tritt nicht nach Fahrplan auf. Wer weiter Richtung Hooge Hörn möchte, muss das Rad schließlich stehen lassen. Der letzte, besonders ursprüngliche Abschnitt erschließt sich nur zu Fuß. Vielleicht ist das der schönste Perspektivwechsel der Tour: absteigen, langsamer werden, down to earth kommen und den Sand unter den Füßen spüren.

Wer Richtung Hooge Hörn möchte, muss das Rad stehen lassen. Dieser letzte, besonders ursprüngliche Abschnitt erschließt sich nur zu Fuß. Das ist vielleicht der schönste Perspektivwechsel der Tour: absteigen, langsamer werden, down to earth kommen und den Sand unter den Füßen spüren.

Leuchttürme, Walfänger und maritime Wege
Zur Borkumer Radgeschichte gehören auch ihre Leuchttürme. Der Alte Leuchtturm, auch „De Olde Baas“ genannt, ist das älteste Bauwerk der Insel. Er verweist zurück in eine Zeit, in der Türme, Baken und Feuer über Leben und Tod auf See entscheiden konnten. Der Neue Leuchtturm steht als klassischer Aussichtspunkt im Ort. Der rot-weiß gestreifte Elektrische Leuchtturm am Südstrand wirkt wie ein grafisches Ausrufezeichen in den Dünen. Borkum war Walfängerinsel und Seefahrerinsel, später dann Seebad. Diese Geschichte lässt sich auf dem kurzen Wal-Pfad an der Promenade nachvollziehen. Ein Nordkaper erinnert dort daran, wie eng die Geschichte der Insel und die des Meeres miteinander verbunden sind.

Ein lohnender Abstecher führt zur Reede und zum Hafen. Die Route dorthin verläuft durch die Greune Stee in Richtung Schutzhafen. Dort befinden sich nicht nur die maritimen Arbeitsorte der Insel, sondern auch das Nationalpark-Feuerschiff BORKUMRIFF, das als Museumsschiff, technisches Kulturdenkmal und Informationspunkt dient. Hier treffen Seefahrtsgeschichte, Technik und Wattenmeer-Schutz aufeinander – eine sehr passende Kombination für eine Insel, die immer beides war: Nordseebad und Außenposten zur offenen See.

Die Insel Borkum ist von Salzwasser umgeben und versorgt sich doch aus Süßwasserlinsen unter den Dünen. Regen versickert im Sand, wird auf natürliche Weise gefiltert und als Trinkwasser gewonnen. Diese Geschichte wird im Waterhuus am Watertoorn anschaulich erzählt. An mehreren öffentlichen Trinkwasserspendern können Trinkflaschen aufgefüllt werden.

Einkehr mit Meerblick
Zurück im Ort lohnt sich ein Stopp im ikonischen (leider auch touristischen) Omas Borkumer Teestübchen in der Strandstraße für Ostfriesentee - stark, dunkel, mit Kluntje und einem Sahnewölkchen, das an den wolkigen Nordhimmel erinnert. 2026 feiert auch die Ostfriesische Teekultur ihr 10-jähriges UNESCO-Jubiläum. Borkum ist zwar eine Radinsel, aber keine Insel für sportlichen Speed. Wer quer über die Insel geradelt ist, versteht schnell, dass Pausen hier Teil der Strecke sind. Stoppen, auf Meer, Watt, Wald oder Dünen schauen, Windjacke richten und weiterfahren.

Und dann? Von der vielen guten Luft herrlich hungrig: einkehren. Zum Beispiel in der „Heimlichen Liebe”, deren Name ziemlich genau das Gefühl beschreibt, das Borkum nach ein paar Radkilometern auslöst: ein Gefühl des Ankommens, ohne dass man hier zu Hause sein muss. Wer es hipper, lässiger und näher am Promenadenleben mag, macht bei Geeske & der swarte Roelf am Konzertpavillon Halt – Borkums Strandwohnzimmer mit Kaffee, Weinbar, Drinks und Meerblick. Ideal für den Moment, in dem aus der Radtour langsam der Sundowner wird. Borkum bietet keine sportlichen Höhenmeter, aber die Insel lässt sich gut in wenigen Tagen „slow” durchrollen. Wer sie mit dem Rad erkundet, sammelt Übergänge: von Strand zu Wald, von Promenade zu Salzwiese, von Leuchtturm zu Wattblick, von Rückenwind zu Gegenwind. Genau darin liegt ihr Reiz.

Das Draußen im Drinnen: Schau unbedingt vorbei im Nordsee Aquarium
Borkums Natur lässt sich aber nicht nur draußen entdecken. Wenn der Wind garstig bläst, ist das Nordsee Aquarium ein guter Zwischenstopp. Bei Führungen und Programmen bekommt man dort einen Blick unter die Wasseroberfläche der unmittelbaren Region. Hier trifft man vielleicht auch die Leiterin Claudia Thorenmeier, die mit ihrem Team die Unterwasserwelt der Insel vermittelt. Die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin hat mit ihrem Buch „Borkums Schätze der Natur – Der Natur auf der Spur“ auch die Flora und Fauna der Insel porträtiert. Das passt ideal zu einer Radtour, denn nach einem solchen Besuch schaut man unterwegs noch genauer hin: auf Vögel über dem Deich, Strandfunde und Dünenpflanzen sowie all die kleinen Zeichen eines Naturraums, der mehr ist als eine schöne Postkarten-Kulisse.

Gut zu wissen:
Hinfahrt vom Festland: Von Emden-Außenhafen erreicht man Borkum mit der Fähre in der Regel in etwa 130 Minuten; der Katamaran braucht rund 60 Minuten. Vom Hafen fährt anschließend die Inselbahn in etwa 15 Minuten zum Bahnhof im Ortszentrum. www.ag-ems.de/fahrplan

Borkum – offizielle Insel- und Tourismusinformationen
www.borkum.de

Ostfriesische Inseln
ostfriesische-inseln.de

Nordsee Aquarium
www.borkum.de/nordsee-aquarium

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
www.nationalpark-wattenmeer.de

Weitere Infos
Acht Radrouten auf einen Blick
www.borkum.de/radtouren

  1. Inselrundweg – ca. 20 Kilometer
    Wo? Rund um den westlichen und mittleren Teil der Insel, mit Abstechern Richtung Ostland.
    Reine Fahrzeit: etwa 1½ bis 2 Stunden
    Mit Stopps: 3 bis 5 Stunden

    Die beste Hauptrunde für einen ersten Gesamtüberblick. Sie verbindet Promenade, Dünenlandschaft, Flugplatz, Ostland, Steerenk-Klipp, Greune Stee, den Loopdeelenweg „Dünenkamm Ronde Plate“, Schwarzen Deich und Südstrand. Eine leichte, überwiegend flache Tour mit viel Landschaftswechsel. Ideal für den ersten oder zweiten Inseltag.

    Tipp: Genügend Zeit für Aussichtsdüne, Teepause oder Strandstopp einplanen. Auf Teilen der Promenade und des Südstrands muss geschoben werden.
     
  2. Route Reede – 18,5 Kilometer
    Wo? Vom Ortskern im Westen quer in den südöstlichen Inselbereich zum Hafen und Schutzhafen.
    Reine Fahrzeit: etwa 1½ Stunden
    Mit Stopps: 3 bis 4 Stunden

    Vom Ortskern führt die Route über Deichstraße, Süderstraße, Emsstraße und Randzelstraße durch die Greune Stee Richtung Reede. Zielpunkt ist der maritime Teil Borkums mit Hafen, Seenotrettern und dem Nationalpark-Feuerschiff BORKUMRIFF.

    Eine gute Tour, um Borkums Natur- und Seefahrtsgeschichte miteinander zu verbinden.

    Tipp: Für das Feuerschiff und seine Ausstellung genügend Zeit reservieren. Die Route eignet sich auch gut für einen windigeren Tag, an dem man Natur und Museumsbesuch kombinieren möchte.
     
  3. Route Seeblick – ca. 18 Kilometer
    Wo? Vom Westen der Insel entlang der Nordseite und durch die Inselmitte zurück Richtung Ort.
    Reine Fahrzeit: rund 1½ Stunden
    Mit Stopps: 3 bis 4 Stunden

    Die Route beginnt im Ortskern und führt über Engel’s Pad und Kaapdelle zur Strandpromenade. Weiter geht es Richtung Café Sturmeck, Waterdelle, Flugplatz und Tüskendör-Deich, anschließend durch die Greune Stee zurück zur Promenade.

    Eine schöne Mischung aus Meerblick, Dünen, Inselinnerem und Waldwegen.

    Tipp: Diese Route eignet sich besonders für Fotostopps und alle, die verschiedene Gesichter Borkums auf einer nicht zu langen Runde erleben möchten.
     
  4. Route Südstrand – 9,5 Kilometer
    Wo? Im westlichen und südwestlichen Teil Borkums.
    Reine Fahrzeit: etwa 45 Minuten
    Mit Stopps: 2 bis 3 Stunden

    Eine kurze Genussrunde vom Ortskern über Bismarckstraße und Promenade zum Südstrand. Weiter geht es Richtung Schwarzer Deich und Kugelbake, durch die Greune Stee, vorbei am Upholm Hof und schließlich zum Alten Leuchtturm.

    Die Tour verbindet Strand, Dünen, Wald und Ortsgeschichte.

    Tipp: Ideal für den Ankunftstag oder einen halben Inseltag. Gut kombinierbar mit einem Besuch des Alten Leuchtturms, einer Ostfriesentee-Pause und einer späteren Einkehr in der Heimlichen Liebe am südlichen Ende der Promenade.
     
  5. Route Waldlehrpfad – 4,8 Kilometer
    Wo? Vom Ortskern in Richtung Nordosten und Ostland.
    Reine Fahrzeit: rund 20 bis 30 Minuten
    Mit Naturstopps und Rückweg: 1½ bis 2½ Stunden

    Die kürzeste Route im Angebot ist ein bewusster Gegenpol zu den größeren Inselrunden. Sie führt vom Ort in Richtung Ostland und auf den Waldlehrpfad. Hier wird Borkum überraschend grün: Zwischen Bäumen, Sträuchern und Dünenvegetation tritt das Meer akustisch fast einen Schritt zurück.

    Tipp: Langsam fahren, öfter absteigen und den Weg als Naturroute verstehen. Zurück geht es entweder auf derselben Strecke oder über Dünen und Waterdellenrundweg. Alternativ besteht eine Busverbindung ab FKK-Parkplatz.
     
  6. Route Ostland + Hooge Hörn – 18 Kilometer
    Wo? Vom westlichen Ortskern bis in den ruhigen Osten der Insel.
    Reine Radfahrzeit: etwa 1½ Stunden
    Mit Fußweg und Naturstopps: mindestens 4 Stunden, besser einen halben Tag einplanen

    Eine der landschaftlich stärksten Routen. Vom Ort geht es über Hindenburgstraße, Barbaraweg und Ostfriesenstraße hinaus ins Ostland und zur Aussichtsdüne Steerenk-Klipp.

    Wer weiter Richtung Hooge Hörn möchte, muss das Fahrrad stehen lassen. Der letzte Abschnitt erschließt sich nur zu Fuß.

    Tipp: Picknick, Windjacke und genügend Wasser mitnehmen. Wer bis Hooge Hörn laufen möchte, sollte die Tour nicht zwischen zwei Termine quetschen. Gerade hier liegt der Reiz im Langsamwerden.
     
  7. Borkumer Wal-Pfad – 2,1 Kilometer
    Wo? Im westlichen Ortsbereich rund um Promenade, Alten Leuchtturm, Inselmuseum und Nordsee Aquarium.
    Zu Fuß: etwa 30 Minuten reine Gehzeit
    Mit Stationen: 1 bis 2 Stunden

    Der Wal-Pfad ist weniger Radtour als kurzer Themenabstecher. Verschiedene Stationen erzählen von Borkums Walfanggeschichte, von Walarten und vom heutigen Schutz der Meere.

    Tipp: Gut mit dem Alten Leuchtturm, dem Inselmuseum und dem Nordsee Aquarium kombinierbar.
     
  8. Borkumer Etappe der Dollard Route – 22,2 Kilometer
    Wo? Vom Hafen im Südosten durch Natur- und Küstenlandschaften zum Inselort und zurück.
    Reine Fahrzeit: etwa 1¾ bis 2 Stunden
    Mit Stopps: 4 bis 5 Stunden

    Die längste der hier vorgestellten Runden verbindet Hafen, Natur, Meer und Inselstädtchen. Sie eignet sich besonders für Radreisende, die Borkum als Teil des größeren deutsch-niederländischen Dollard-Raums erleben möchten.

    Tipp: Eine gute Tour für einen ganzen, entspannten Radtag – besonders in Kombination mit Hafen, Feuerschiff und einer längeren Einkehr.

Praktisch geplant
Navigation: Die Borkumer Routen lassen sich über Komoot und Outdooractive planen und navigieren. Zusätzlich gibt es mit dem SmartGuide einen digitalen Reiseführer mit Audio-Inhalten und selbst geführten Touren. Das offizielle Borkumer Routennetz ist auch in Broschüren und über die Tourist-Information verfügbar. Die offizielle Borkumer Erlebnisrouten-Broschüre enthält weitere Varianten und Streckenbeschreibungen.

Wind: Die Kilometerzahlen täuschen manchmal. 18 flache Kilometer können mit Gegenwind anstrengender sein als eine deutlich längere Festlandrunde. Die Windrichtung deshalb am Morgen prüfen und bei einer Rundtour Pausenreserven lassen.

Belag: Das Netz ist abwechslungsreich. Neben befestigten Radwegen gibt es Waldwege, Bohlenabschnitte und naturbelassenere Passagen. Für ein normales Tourenrad oder E-Bike ist das meiste gut fahrbar; auf sandigen Passagen und an ausgeschilderten Bereichen ist Schieben die entspanntere Lösung.

Absteigen gehört dazu: Auf Teilen der Promenade und an Abschnitten des Südstrands ist Radfahren nicht erlaubt. Auch Richtung Hooge Hörn endet der Radmodus – der äußerste Osten der Insel will erlaufen werden.

Wasser: Mehrere öffentliche Trinkwasserspender ermöglichen das Nachfüllen der Flasche. Das Borkumer Trinkwasser wird aus den Süßwasserlinsen unter der Insel gewonnen.

Robben beobachten: Sichtungen sind möglich, aber nicht garantiert. Sandbänke und Liegeplätze verändern sich, zudem haben Ruhe und Schutz der Tiere Vorrang.

Vogelbeobachtung: Besonders während des Vogelzugs lohnt sich ein kleines Fernglas im Fahrradkorb. Im Oktober finden die Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer statt. www.zugvogeltage.de

Natur respektieren: Borkum liegt im Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Deshalb auf ausgewiesenen Wegen bleiben, Schutzbereiche beachten, Vögel nicht aufscheuchen und Abstand zu Wildtieren halten.

Sicherheit: Das NOS, das Notfall-Orientierungs-System, markiert Wege, Dünenbereiche, Strandabschnitte und Bänke mit Standortnummern. Im Notfall kann die jeweilige Nummer über 112 durchgegeben werden.

Einkehrtipps
Heimliche Liebe – urig maritim mit weitem Blick
Ein passender Zielpunkt für die Südstrandrunde ist „der Klassiker“ die Heimliche Liebe. Am südlichen Ende der Promenade sitzt man mit Blick auf Strand und Fahrwasser, während draußen die großen Schiffe vorüberziehen. Die Küche bleibt maritim und Nordsee-klassisch – ein Ort für Fisch, Kuchen oder die Pause nach dem Inselnradeln (mit viel Gegenwind). www.heimliche-liebe-borkum.de
Tipp: Labskaus probieren – oder eines der mit Büsumer Krabben garnierten Gerichte.

Geeske & der swarte Roelf – Borkums lässiges Strandwohnzimmer
Direkt an der Bürgermeister-Kieviet-Promenade im „City-Center“ liegt das lässig-hippe Geeske & der swarte Roelf – die angesagte Borkumer-Einkehrvariante (Restaurant, Café und Weinbar mit Panoramablick) neben dem dauerbespielten Event-Pavillon. Aktuelle Veranstaltungen und Live-Musik-Termine stehen auf der Website. www.geeskeundderswarteroelf.de
Tipp: Neben Burgern gibt es hier auch Meergemüsesalat mit Queller, auch Seespargel genannt.

In Undis / Nebenan – Wein und Tapas im Ort
Wer nach der Radtour noch auf ein gutes Glas Wein einkehren möchte, findet mit In Undis eine Wein-Tapasbar und Vinothek im Ort. Ausgewählte Weine aus Deutschland und Europa treffen auf kleine Gerichte und Snacks; das benachbarte Nebenan führt die Idee als lässige Weinbar weiter. www.inundis.de/nebenan

Übernachtung
Hotel Villa Erika
Zentral gelegenes Stadthotel und guter Ausgangspunkt für die Radtouren. Besonders angenehm: das umfangreiche Frühstück. hotel-villa-erika.de

Über den Autor*Innen

Anke Sademann

Anke Sademann

Anke Sademann ist als freie Reise-, Genuss- und Green-Lifestyle-Journalistin unterwegs – am liebsten zu Fuß, mit dem Rad und immer mit einem Blick für die Menschen, Geschichten und Aromen am Wegesrand. Die gebürtige Freiburgerin (Green City) lebte lange in Frankreich (Paris) und streift heute zu Fuß oder Radl von Berlin aus durch europäische Landschaften, Städte und Genussregionen. Ihre Themen verbinden Savoir-vivre, Natur, Nachhaltigkeit und (kulinarische) Kultur: vom urbanen Grünraum bis zum Pilgerweg, vom Weinberg bis zur regionalen Küche.