Der Englische Garten gehört zu den berühmtesten Orten der Stadt. Doch wer ihm wirkliche entdecken möchte, braucht nicht unbedingt Fahrrad oder Wanderschuhe. Eine Rikscha-Tour eröffnet einen anderen Blickwinkel: entschleunigt, ist nah an der Natur und hört viele Geschichten entlang des Weges.
Am Chinesischen Turm ist ein Standplatz der Rikschas. Urban, ein gebürtiger Münchner Rikscha-Fahrer kommt gerade an und sofort geht es los. Minuten später rollen die Räder bereits durch einen der größten Stadtparks der Welt. Kaum vorstellbar, dass die Idee für den Englischen Garten bereits Ende des 18. Jahrhunderts entstand. Sir Benjamin Thompson, später bekannt als Reichsgraf von Rumford, überzeugte Kurfürst Karl Theodor, einen Volksgarten für alle Bürger – unabhängig von Herkunft und Stand – zu stiften. Ein Ort, an dem „niemand den Hut ziehen musste“.
Die Fahrt führt zum Rumfordhaus. Das historische Gebäude wurde ursprünglich als Offizierskasino errichtet und ist heute ein Treffpunkt für Natur und Kultur für Kinder und Jugendliche. Das Beste jedoch ist, das Rumfordhaus und die Umgebung sind ein Hotspot für Fledermäuse. In den Säulen, die aus Holz sind und im alten Baumbestand, wohnen die nachtaktiven Tiere. Man kann sie bei Anbruch der Dunkelheit beim Ausflug beobachten.
Die Rikscha unterquert den Mittleren Ring, es geht in den Nordteil des Englischen Gartens, hier verändert sich die Atmosphäre. Der nördliche Teil des Englischen Gartens wirkt weiter, ruhiger und weniger belebt. Am Stauwehr Oberföhring wartet eine Überraschung: Auf eine fast 100 Meter langen Mauer entstand eines der größten Streetart-Werke Münchens – gestaltet vom bekannten Graffiti-Künstler Loomit mit Lando und Bert. Urban steigt wieder in die Pedalen, es geht am Amphitheater vorbei, hier werden in den Sommermonaten kostenlose Open-Air-Theateraufführungen vom Blütenring Verein organisiert. Der kleine idyllische Bauernmarkt mit saisonalen Produkten findet jeden Samstag bis 14:00 Uhr statt. Im Biergarten am Seehaus, kann man eine Maß mit bayerischen Schmankerln mit Seeblick genießen. Auf dem Kleinhesseloher See sind Tretbootfahrer unterwegs und Gänse ziehen mit ihrem Nachwuchs über das Wasser. Dann ist es nicht mehr weit zum Monopteros, einem Wahrzeichen Münchens. Er steht auf einem künstlichen Hügel und wurde vom Architekten Leo von Klenz ab 1833 im griechischen Stil entworfen. Am Schwabinger Bach sind die Wiesen mit Sonnenanbetern voll belebt
Den spektakulären Abschluss und das Ende der Tour bildet die Eisbachwelle. Hier zeigen Surfer mitten in der Stadt an einer ein Meter hohen Welle ihr Können und ziehen unzählige Besucher an. Zur Brotzeit geht es noch ein paar Schritte zu Fräulein Grüneis. Beim Genuss der Brotzeit kann man noch einen Blick gegenüber auf das Rumford-Denkmal werfen, dem der Englische Garten zu verdanken ist.
Gut zu wissen
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Über den Autor*Innen
Gabi Dräger
Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.