Früh aufbrechen, schattige Wege bevorzugen und Warnsignale ernst nehmen – mit diesen Strategien kommen Radfahrende auch an heißen Tagen sicher und entspannt ans Ziel. Der ADFC hat zehn Tipps zusammengestellt, damit Radlerinnen und Radler den Sommer in vollen Zügen genießen können.
Mit dem Anstieg der Temperaturen und bevorstehenden Hitzetagen zieht es viele aufs Fahrrad, denn Sommer und Sonnenschein laden zu Ausflügen ein. Laut der ADFC-Radreiseanalyse sind die Monate Mai, Juni und August besonders beliebt für Fahrradtouren und Radreisen. Christian Tänzler, Experte für Radtourismus im ADFC-Bundesvorstand, empfiehlt: „Damit die sommerliche Radtour nicht zur Belastung wird, sollte man Geschwindigkeit, Streckenlänge und Pausen an die Hitze anpassen. Wer früh startet, schattige Wege wählt und ausreichend trinkt, kann die warme Jahreszeit auf dem Rad genießen.“
Hier sind die zehn Hitzetipps des ADFC:
1. Früh aufbrechen
Am angenehmsten ist es, in den kühlen Morgenstunden zu starten, bevor die Sonne ihre volle Kraft entfaltet. Die heißeste Zeit mit hoher UV-Strahlung – etwa zwischen 11 und 16 Uhr – verbringt man am besten im Schatten oder an einem See. Gegen Abend, wenn es abkühlt, kann die Tour fortgesetzt werden.
2. Schattenreiche Wege nutzen
Straßen ohne Baumbestand heizen sich schnell auf. Ideal sind Routen durch Wälder oder Parks, die viel Schatten bieten. Wer an Flüssen oder Seen entlangradelt, hat zudem die Möglichkeit, sich während der Pausen abzukühlen.
3. Ausreichend trinken
Beim Radfahren arbeiten die Muskeln intensiv, was den Körper zusätzlich aufheizt. Bei Hitze schwitzt man noch mehr und verliert viel Flüssigkeit – der Fahrtwind lässt das leicht vergessen. Deshalb vor dem Start genügend trinken und während der Fahrt regelmäßig kleine Mengen zu sich nehmen, auch ohne Durstgefühl. Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt die Kühlung des Körpers und kann Kreislaufprobleme verursachen. Kleine Snacks unterwegs liefern zusätzliche Energie.
4. Luftige, helle Kleidung tragen
Helle Farben reflektieren Sonnenlicht, lockere Schnitte sorgen für Luftzirkulation und atmungsaktive Materialien leiten Schweiß nach außen.
5. Sonnenschutz nicht vergessen
Großzügig Sonnencreme auf Gesicht, Nacken, Ohren, Arme und Beine auftragen. Ein Hut, eine Kappe oder ein leichtes Tuch schützen Kopf und Nacken vor direkter Sonne – ein feuchtes Halstuch sorgt für zusätzliche Kühlung. Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz ist ebenfalls ratsam.
6. Regelmäßige Pausen einlegen
Mindestens einmal pro Stunde sollte eine Pause im Schatten eingelegt werden, damit sich der Körper erholen und abkühlen kann.
7. Gemächliches Tempo wählen
Bei hohen Temperaturen empfiehlt es sich, langsam und entspannt zu fahren. Das schont den Kreislauf und beugt Überhitzung vor.
8. Technik überprüfen
Auch das Rad leidet unter Hitze: Vor der Tour Bremsen, Reifen und Kette kontrollieren. Da sich Luft bei Wärme ausdehnt, die Reifen nicht bis zum Höchstdruck aufpumpen. Akkus von Pedelecs sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
9. Mit Kindern unterwegs
Kurze, kindgerechte Strecken ohne starke Steigungen oder viel Verkehr wählen. Häufigere Pausen und das Meiden der Mittagshitze sind wichtig. Schattige Wege sind ein Muss. Trinkpausen sollten regelmäßig angeboten werden, nicht erst, wenn die Kinder Durst haben. Auf das Wohlbefinden der Kinder achten – sind sie noch munter oder wirken sie erschöpft? Auch Kleinkinder im Anhänger oder Kindersitz nicht vergessen. Der Spaß und ausreichend Pausen stehen im Vordergrund. Ein geplanter Rückweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln macht die Tour flexibler.
10. Warnsignale beachten
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erschöpfung, Muskelkrämpfe oder ein beschleunigter Puls deuten auf Überhitzung oder Flüssigkeitsmangel hin. In diesem Fall sofort anhalten, Schatten aufsuchen und trinken. Bessert sich der Zustand nicht, sollte die Fahrt abgebrochen werden. Besonders ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen oder Ungeübte sollten vorsichtig sein und gegebenenfalls auf eine Tour verzichten.
Radwege mit Trinkwasser-Stationen
Immer mehr Radwege bieten öffentliche Trinkwasserstellen an. Die „Kühle Spur“ in der Lausitz ist Deutschlands erster Radweg, der speziell an das Klima angepasst wurde – mit Wasserspendern, schattigen Abschnitten und Badestellen. Auch auf dem ADFC-Qualitätsradweg RuhrtalRadweg gibt es entlang der 230 Kilometer langen Strecke über 100 Nachfüllstationen für Trinkwasser.
Über den Autor*Innen
Jörg Bornmann
Als ich im April 2006 mit Wanderfreak an den Start ging, dachte noch keiner an Blogs. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich Ihnen von meinem Traum erzählte ein reines Online-Wandermagazin auf den Markt zu bringen, welches eine hohe journalistische Qualität aufweisen kann, eine Qualität, die man bisher nur im Printbereich kannte. Mir war dabei bewusst, dass ich Reisejournalisten und Spezialisten finden musste, die an meine Idee glaubten und ich fand sie.